Verfasst von: Holger Heinze | 25. Mai, 2009

Solvency II Implementation Challenges

Das Solvency II Experts Blog hat vor einiger Zeit einen länglichen Artikel zu den Umsetzungsfragen bzgl. Solvency II inkl. aktueller Timeline gepostet:

Solvency II will require insurance companies to integrate risk and risk management in all aspects of corporate day-to-day decision making, in particular in terms of setting the strategy. Insurers will need to strengthen the links between all the competencies that contribute to risk management.

Klicken Sie hier für den gesamten Artikel.

Verfasst von: Holger Heinze | 8. Mai, 2009

BilMoG und die große Wissenslücke

Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zum Entwurf im Überblick:

>> Keine Zeitbewertung des Handelsbestands bestimmter Finanzinstrumente bei Nicht-Banken

>> Keine Aktivierungspflicht, sondern Aktivierungswahlrechte für eigene Entwicklungskosten sowie für aktive latente Steuern

>> Konkretisierung der Konsolidierungspflicht von Zweckgesellschaften

Die Modernisierung des Gesetzes entlastet dabei vor allem kleine Unternehmen. Denn durch die Anhebung der Schwellenwerte von Bilanz-, Prüfungs- und Publizitätspflichten werden Firmen mit einem Jahresumsatz unter 500.000 Euro und einem Gewinn von bis zu 50.000 Euro von den Bilanzierungspflichten komplett befreit.

via BilMoG und die große Wissenslücke.

Verfasst von: Holger Heinze | 8. Mai, 2009

In eigener Sache

Liebe Leser,
das Versicherungssteuerungsblog war bisher auf umfangreichere Artikel mit niedriger Frequenz ausgerichtet. Dies möchte ich ab heute ändern.
Die Finanzkrise hat in der Beratung der Fokus weg von langfristigen Themen gerückt. Dem soll hier auch Rechnung getragen werden.

Verfasst von: Holger Heinze | 28. Januar, 2009

Bafin fordert integrierte Anreizsysteme

Die kürzlich veröffentlichten MaRisk spiegeln auch endlich die Forderung der Aufsicht nach integrierten Risikomanagement- und Steuerungssystemen wider. In 7.2.2.2 Betriebliche Anreizsysteme und Ressourcen wird verlangt, dass die Bonussysteme so angelegt sind, dass es keinen Anreiz gibt, Risikopositionen einzugehen, die der Gesamtstrategie entgegenstehen. Die ist – wie z.B. die Financial Times Deutschland heute richtig in der Print-Ausgabe berichtet – zum Einen daher bemerkenswert, als dass dieser Passus im Entwurf des letzten Jahres noch nicht enthalten war. Außerdem wird hier auf den ersten Blick trivial klingend eine Verbindung von Personalvergütung und Management-System (z.B. Balanced Scorecard-Implementierung) mit den Risikosystemen und der unterliegenden Risikostruktur verlangt.

Das ist ganz im Sinne der Integrierten Versicherungssteuerung. Und das ist in der Umsetzung alles andere als trivial.

Verfasst von: Holger Heinze | 23. Januar, 2009

MaRisk (VA) veröffentlicht

Seit dem 1.1.2008 gilt der §64a des Versicherungsaufsichtsgesetzes.
64a Geschäftsorganisation

Gestern, am 22.1.2009 hat die Bafin die Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsanstalten MaRisk (VA) veröffentlicht, die seit dem 1.1.2009 verbindlich die Auslegung und die Überprüfung des §64a VAG regeln.

Quellen und Links

Verfasst von: Holger Heinze | 9. Januar, 2009

CEA adressiert Schlüsselergebnisse aus QIS4

Der Dachverband der europäischen Versicherungsverbände CEA hat heute die offenen Schlüsselfragen aus der QIS4-Studie für Solvency II veröffentlicht. Aus Sicht der Versicherungswirtschaft werden im an die CEIOPS adressierten Papier die Fragestellungen konkretisiert, die Versicherer gerne im Hinblick auf den Entwurf einer kommenden QIS5-Studie und den weiteren Solvency II-Spezifikationen thematisieren möchten, unter anderem:

  • Aspekte der Proportionalitätsregelung
  • Best Estimate Bewertung von Liabilities
  • Definitionsfragen (z.B. hedgeable risks)
  • Risikofreie Referenzratios
  • Bewertungsfragen bei immateriellen Assets

Ausserdem wird die mit 6% statisch definierte Kapitalkostenquote in Frage gestellt und die Kalibierung des mitgelieferten Standardmodells in einigen Aspekten hinterfragt bzw. eine Neukalibrierung an einigen Stellschrauben angeregt.

Verfasst von: Holger Heinze | 30. Dezember, 2008

Ende naiver Markowitz-Diversifikation

In seinem Blog “Den Nutzen von Ratings erschließen” hat Dr. Oliver Everling einen schönen Post mit dem Titel “Ende naiver Markowitz-Diversifikation” gepostet. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise nimmt er sich dabei kritisch die “realitätsfernen Prämissen der Portfoliotheorie” vor.

Verfasst von: Holger Heinze | 13. November, 2008

Update: Stärkere Regulierung von Rating-Agenturen

Die Europäische Kommission hat als Teil eines Maßnahmenpakets nun auch einen Vorschlag eingebracht, der klar definiert, wie Ratingagenturen in Zukunft reguliert werden sollten. Hauptaugenmerk soll dabei auf den Faktoren liegen, die sich im Nachhinein als Auslöser bzw. unterstützende Faktoren der Finanzmarktkrise gezeigt haben:

New rules include the following:

  • Credit rating agencies may not provide advisory services.
  • They will not be allowed to rate financial instruments if they do not have sufficient quality information to base their ratings on
  • They must disclose the models, methodologies and key assumptions on which they base their ratings
  • They will be obliged to publish an annual transparency report
  • They will have to create an internal function to review the quality of their ratings
  • They should have at least three independent directors on their boards whose remuneration cannot depend on the business performance of the rating agency. They will be appointed for a single term of office which can be no longer than five years. They can only be dismissed in case of professional misconduct. At least one of them should be an expert in securitization and structured finance.

Wenn man sich die Krise im Ablauf betrachtet (chronologischer Ablauf bei der Wirtschaftswoche) so ist einer der Hauptbrüche auf dem Weg von hoher Rendite für hohe Risiken zu hoher Rendite bei keinen bewussten Risiken das Rating der Finanzinstrumente und die Interpretation des Ratings. Eine stärkere Aufsicht über die Rating-Agenturen wird hier ein Stück weit helfen. Für die Reputation des Rating-Systems (insbesondere ausserhalb der eingeweihten Kreise) ist hier wichtig, den Hauptinteressenkonflikt (der Bewertete zahlt den Bewerter) transparent aufzulösen.

Allerdings muss gleichzeitig sichergestellt werden, dass sich die Einkäufer der Instrumente nicht mehr mit Hilfe der Ratingagenturen dumm stellen können. Für die Versicherungswirtschaft kann dies über die kommende Solvency II-Aufsicht sichergestellt werden. Für Banken und andere Marktteilnehmen müssen hier gesonderte Maßnahmen greifen.

Quellen und Verweise

Verfasst von: Holger Heinze | 3. November, 2008

Der Risikomanager der Zukunft

Durch die Finanzmarktkrise hat sich eindeutig gezeigt, dass das Risikomanagement von Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen sich verändern muss, weg von einer siloartigen Betrachtung von Einzeldimensionen hin zu einer integrierten Sicht über organisatorische Grenzen und Prozessbrüche hinweg.

Im gleichen Schritt müssen sich natürlich der Arbeitsauftrag und damit das Anforderungsprofil der Risikomanager verändern. Wo in den letzten Jahren Mathematiker mit quantitativen Methoden die Risiken errechneten und am anderen Ende des Seils die Betriebswirte mit den Finanzen arbeiteten muss nun ein neuer Schlag interdisziplinärer Risikomanager das Staffelholz übernehmen.

Risikomanagement kann nur integriert Erfolg haben, Risikomanager können diese integrierte Steuerung nur voran treiben, wenn sie Finanzen, Risiken und Chancen verstehen, sich mit quantitativen Methoden so wohl fühlen wie mit qualitativen Entscheidungen und die Verbindungen zwischen den aktuell getrennten Dimensionen durch starke Kommunikationsskills implementieren können.

Gleichzeitig zeigt sich trotz der Krise an den Märkten eine Fortsetzung der Entwicklung am Arbeitsmarkt für Risikomanager und risikonahe Berufe: Das Angebot kann bei Weitem die Nachfrage nicht befriedigen, Gehälter und andere Anreize für Risikomanager steigen.

Quellen und Verweise

Verfasst von: Holger Heinze | 29. Oktober, 2008

Studie: Mangelnde Integration des Risikomanagements Schuld an Finanzkrise

In einer Studie der Economist Intelligence Unit im Auftrag des SAS Institutes wurden 316 Executives im Financial Services Sector befragt. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Notwendigkeit einer horizontalen und vertikalen Integration des Risikomanagements erkannt wurde, die Umsetzung jedoch oft noch hinterherhinkt.

The credit crisis highlighted failures in risk management at financial services firms and, in our survey, 59% of respondents say that the credit crisis has forced them to scrutinise their risk management practices in greater detail. More often than not, this is leading to a growing emphasis on enterprise-wide risk management. Putting emphasis into practice, however, still remains a challenge as 71%  of surveyed firms  that have an ERM strategy in place say that they have not yet  fully implemented it.

Von den befragten Unternehmen konnten nut 18% angeben, dass die Risikostrategie über alle Abteilungen hinweg angewendet wird. Auch ist hervorzuheben, dass mittlerweile neben der Vermeidung von direkten finanziellen Verlusten die Reputationsrisiken in Verbindung mit integriertem Risikomanagement gesehen werden. Während der Report (gesponsort vom SAS Institut) auch darauf eingeht, dass die Integration der Datenbasis eine große Herausforderung darstellt, wird mittlerweile angenehmerweise auch dargestellt, dass das “Human Judgement” nicht fehlen darf. Also doch kein quantitativer Autopilot.

Die Studie ist bei SAS in voller Länger einzusehen.

Quellen und Verweise

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